Sonder: Probleme und Stress

Oktober 2018

6. Oktober
Lange keinen Eintrag mehr geschrieben und auch heute ist es eher ein Beitrag zum auskotzen. Nachdem ich nun seit zwei Monaten eh kein Kindergeld mehr bekommen würde, bewerbe ich mich neben Ausbildungsplätzen auch für 450€ und Teilzeit – bisher alles ohne Erfolg. Vorgestern kam dann eine letzte Mahnung von der Familienkasse. Entweder werden nun die ca. 6000€ gezahlt, oder es erfolgt in Kürze eine Kontopfändung oder der Gerichtsvollzieher kommt zu Besuch. Heute dann die nächste Rechnung, über 500€ Gerichtskosten – dabei habe ich bisher das Gefühl, dass wir nicht einen Schritt weiter sind.

Nervlich bin ich gerade ziemlich am Ende. Was habe ich denn bitte angestellt, dass mir die verfickte Welt so übel mitspielt? Keine Ausbildung, kein Job – aber jeder will Geld von mir. Welches Geld? Ich muss zusehen, dass ich irgendwie Monat für Monat überlebe… von leben will ich schon gar nicht mehr sprechen – man kämpft sich halt irgendwie durch, dass man wenigstens noch Essen und Trinken hat.

Seit Jahren ist das Leben ein einziger Kampf, immer wieder habe ich mich irgendwie halbwegs aufraffen können – aber gerade das letzte Jahr hat einen einfach nur noch fertig gemacht. Meine Familie ist der einzige Grund, weshalb ich noch auf dieser Welt bin – da ich ihnen den Schmerz nicht antun möchte, den sie hätten – wenn sie ihr Kind verlieren. Allerdings wird es immer schwieriger durchzuhalten, immer schwieriger nicht doch einen Schlussstrich zu ziehen. Sicherlich möchte ich meiner Familie sowas nicht zumuten – allerdings hat das Ganze mitlerweile eine weitere Stufe erreicht. Vor ein paar Wochen, oder auch eben – habe ich bereits einen Abschiedsbrief angefangen zu schreiben… doch schreibe ich mir hier lieber meinen Frust von der Seele. Wer weiß wie das Ganze ausgehen würde, wenn mein Abschiedsbrief ersteinmal fertig geschrieben wäre?

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht! Es ist ein stetiger Kampf – wieder und wieder nur die ganze Scheiße, Frust und Schmerzen auf sich zu nehmen. Ich hätte nie gedacht, dass ich an so einen Punkt ankomme… wo ich doch eigentlich immer ein Kämpfer bin und alle Situationen irgendwie bewältigt bekomme. Es braucht aber so langsam aber sicher mal etwas positives – sonst hatte man immer irgendwas an dem man sich wieder ein wenig aufbauen konnte, aber mitlerweile…! Während ich vor ein paar Wochen noch erschrocken über mich selbst war, würde ich jetzt verdammt gerne nochmal den Abschiedsbrief anfangen und einfach die ganze Scheiße beenden.

Genau das ist der Grund, dass ich diesen Beitrag noch weiterschreibe – auskotzen bringt eigentlich bis zum nächsten niederschmetternten Ereignis etwas. Doch selbst das Schreiben wirkt aktuell unnötig. Ich habe einfach keine Lust mehr auf mein verschissenes Leben. Diese Sorgen, Ärger, Frust und was weis ich noch alles frisst mich innerlich auf. Wie schwer kann es denn bitte sein ein normales, ruhiges Leben zu führen? Ich erwarte kein Luxusleben – auch wenn es toll wäre. Ich erwarte nicht die ganze Welt bereisen zu können, auch wenn ich gerne mal einen wirklichen „Urlaub“ hätte. Ich erwarte nicht, dass immer alles super läuft – aber ein paar Steine im Leben würden doch ausreichen, wieso muss ich gleich an der Klippe stehen – kurz vor dem Fall?

Am Montag werde ich nochmal den letzten Versuch starten mit meinem Anwalt zu reden, dass die ganze Scheiße nun vorwärts geht – in der Hoffnung das ersehnte, noch so kleine, positive Ereignis zu haben. Ansonsten kann ich für nichts mehr garantieren. Ich weiß, dass meine Familie – sofern es möglich ist – immer für mich da ist und dennoch fühle ich mich einfach hilflos und alleine gelassen, kraftlos und völlig fremd in dieser Welt. Ständig muss ich pausen machen, während ich hier schreibe… Tränen der Verzweiflung sind nicht angebracht und würden sowieso nichts ändern.

Ich schreibe und schreibe, warum geht der Frust nicht ein wenig in den Hintergrund – so wie sonst immer? Das Schreiben war immer die beste Methode, um ein wenig runterzufahren – jetzt wirkt es gerade wie reine Zeitverschwendung. Langsam gehen mir auch die Worte aus… jetzt habe ich mich doch über die aktuelle Situation ausgiebig ausgekotzt – was nun? Am liebsten würde ich mich einfach ins Auto setzen und entweder gegen einen Baum, oder zu Kim fahren. Die Zeit mit ihr fehlt mir verdammt. Die knappe Woche hat so gut getan – zum einen einfach mal raus aus dem Alltag, einfach mal die Sorgen und Probleme ausblenden – zum anderen die wundervolle Zeit mit ihr. Leider kappt die Verbindung immer wieder, doch so sehr ich mich auch darüber ärgern könnte – sie ist einfach ein so wichtiger Mensch in meinem Leben… auch wenn der Kontakt immer nur kurzzeitig hält.

Egal was der Montag bringt, egal was die weitere Zeit bringt – immerhin habe ich es geschafft, dass ich sie zumindest einmal getroffen habe. Ich glaube, ich könnte noch so am Ende sein und meine Gedanken in die Realität umsetzen, vorher wäre ich bei ihr vorbei gefahren – einfach nur, dass ich wenigstens das noch geschafft hätte. Aber gut, das Schreiben bringt echt nicht mehr das, was es sonst gebracht hat – bin im Verzweiflungslevel wohl echt aufgestiegen. Mal sehen ob das der Endkampf ist, oder ob noch ein Endgegner kommt – von dem ich nichts weiß. Mitlerweile auch keine Lust mehr zu schreiben, worüber auch – mal schauen wie ich mich jetzt noch ablenke und wann ich entgültig „Game Over“ bin.

[PROBLEME/STRESS] Zusammenfassung

25. April 2013 – [PRAKTIKUM] Die Geschichte
Hier möchte ich über meine aktuelle Situation im Praktikum schreiben. Bevor ich dies mache, möchte ich erstmal den bisherigen Verlauf schildern. Es fing alles mit dem Schuljahr an. Ein Praktikum in meine Richtung? Natürlich nicht! Stattdessen bin ich in den neu eröffneten Netto, da dort ein Kumpel von meinem Cousen als stellvertretender Chef arbeitet. Spaß gemacht hat es nie wirklich, aber es war in Ordnung. Irgendwann wurde dann der Kumpel von meinem Cousen in eine andere Filliale gesteckt und ich glaube, da hat alles so angefangen „extrem“ zu werden. Ich konnte immer schlechter schlafen, was ich zunächst einfach auf die teilweise chaotischen Zeiten geschoben habe. Mitlerweilig ist es aber so schlimm, dass ich Donnerstags um 16:01Uhr (16Uhr ist Praktikum zu Ende) schon Sorge hab, dass das Wochenende schnell vorbei geht und ja sozusagen „gleich“ schon wieder Donnerstag ist. Außerdem werden meine Ohr und Hautprobleme wieder mehr und mehr. Ich für mich habe nun rausgefunden, dass ich laut Infos aus dem Internet und laut Testergebnis einer APP schon am Burnout-Syndrom leide &‘ ich glaube es auch. Die Schlafstörungen habe ich mal genauer beobachtet und umso näher ich dem Donnerstag komme, desto weniger kann ich schlafen, sofern ich es von Mittwoch auf Donnerstag überhaupt kann. Wenn ich schlafe, dann wirklich unruhig. Weis ich allerdings, dass ich Donnerstag’s mal nicht hingehen muss, kann ich super durchschlafen und nach einigen Tagen sieht/merke ich auch, dass die Ohren und Hautprobleme besser werden. Also ganz klar – das Praktikum macht mich Krank!

25. April 2013 – [PRAKTIKUM] Ein Mensch am Ende
Um diesen Teil zu verstehen, solltest du dir zunächst den Artikel „[Praktikum] Die Geschichte“ durchlesen. Solltest du dies getan haben, kannst du direkt weiterlesen. Es geschah heute (24.04.2013) nach der Schule. Nachdem ich regelrecht beweisen konnte, dass ich wegen dem Praktikum an Schlafstörungen leide, mitlerweilig ein Burnout-Syndrom habe und einfach am Ende bin, ging ich zu unserer Praktikumstussi, ob ich nicht schon vorzeitig aufhören kann, da es immer schlimmer wird &‘ ich doch sowieso zugelassen bin. Sie meinte nein, aber ich könnte ja öfter mal Krank machen. Dies erzählte ich auch im Auto dann meinem Vater und er antwortete nur, dass ich ja letzte Woche schon daheim war – das würde ja langen. In dem Moment zündete er regelrecht eine Bombe in mir. Ich kann nicht mehr richtig schlafen, mir geht’s nurnoch scheiße &‘ immer schlechte Laune und er tut so, als solle ich mich nicht so anstellen?! Nun gut, ab dann nicht mehr mit ihm geredet. Nach Hause gekommen meiner Mutter nicht „Hallo“ gesagt und scheinbar ein Blick gehabt der genauso töten könnte. Sie fragte was los seie, ich sagte aber nichts. Dann nahm ich meinen Schulranzen, holte das Blatt rauß, wo Offiziell stand, dass ich zugelassen werde – was für dieses Jahr mein Ziel war – nahm das Blatt, klatschte es vor sie auf den Tisch und meinte nur, dass ich es ja toll finde, wie die eigene Familie einen weiterquälen möchte, wo ich doch das Beste was man in dem Jahr erreichen konnte erreicht habe. Dann ging ich einfach in mein Zimmer, aber natürlich kurz danach wollten die Labern. Irgendwann hab ich dann gesagt wie es ist, dass ganze mit den Schlafstörungen, dass es mir Tag für Tag scheiße geht, dass ich ab Donnerstag 16:01Uhr nurnoch an den nächsten Donnerstag denke und ich mir manchmal echt wünsche, dass ich wenigstens im Koma liege oder so, damit ich mir die Qual nicht antun muss. Ich glaube der Satz hat wenigstens bei meiner Mutter zumindestens was gebracht. Naja, morgen (25.04.2013) darf ich nochmal Zuhause bleiben und die restlichen Male „wollen wir schauen“ – heißt soviel wie „soll ich mich durchquälen“. Und dann wundert man sich über News die mit „… und dann begann er Selbstmord“ enden. Nun muss ich schauen wie es weitergeht, komplett hingehen werde ich 100% nicht. Aber es tat irgendwo mal gut, denen das einfach so brutal zu sagen, dass ich meinetwegen sterben würde, wenn ich dadurch dann nicht dahin muss.

21. Oktober 2014 – [ZAHNARZT] Die Angst vor dem Zahnarzt
Heute muss ich mir aus aktuellem Anlass einfach mal wieder etwas von der Seele schreiben. An meinem Problem ändert dies zwar nichts, aber aktuell weis ich garnicht mehr – wie ich noch einschlafen soll.

Dass ich extrem ungern zum Zahnarzt gehe, ist denke ich kein Geheimnis. Schon als Kind, wo einen die Eltern mehr oder weniger dazu überredet haben, bin ich ungern hingegangen. Selbst wenn es dann beim Zahnarzt hieß, die Zähne sind gut, er möchte nur eine Kleinigkeit machen, waren es i.d.R. einfach nur höllische Schmerzen. Schon mehrere Zahnärzte haben mir gesagt, dass ich sehr empfindliche Zähne habe – das merke ich leider auch immer wieder!

Ich kämpfe schon seit Monaten bzw. Jahren mit meinen immer schlechter aussehenden Zähnen. Zu Anfang waren es nur Kleinigkeiten, aber mitlerweilig wird es immer schlimmer. Aus Angst und Sorge, dass diesen Blog-Beitrag irgendjemand lesen könnte, den ich kenne, will ich auch nicht genau ins Detail gehen, was bei meinen Zähnen so los ist. Über viele Monate wussten nicht mal meine Eltern bescheid. Von dem neusten & schlimmsten Vorfall wissen sie noch garnichts.

Als Kind habe ich das Putzen der Zähne gehasst und deshalb auch nur selten gemacht – denke da kennt jeder jemanden. Später als dann die Probleme anfingen, wollte ich putzen, habe es auch getan – aber meist sah es danach noch schlimmer aus, tat weh, oder ich brach mir gleich kleine Stücke vom Zahn ab. Mitlerweilig lache ich nicht mehr, sondern grinse wenn nur sau doof – muss ich doch mal lachen, schaue ich weg, damit niemand meine Zähne sehen kann. Vor einigen Wochen habe ich mich dann dazu bereiterklärt, dass ich zum Zahnarzt gehe. Lange Zeit versuchte ich mich äußerlich einfach immer mehr zu pflegen, habe dies auch durchgezogen und wirke nun vom gepflegten, sowie vom ganzen „Look“ komplett verändert. Das hat mir lange Zeit irgendwo gut getan. Jedoch merke ich immer mehr, dass die Probleme der Zähne mich schneller „auffressen“, als ich es in irgendwelche anderen Veränderrungen von mir umsetzen kann.

Gerade eben, der schlimmste Vorfall, lässt mich wieder hier sitzen. Ich google über Zahnarztängste, überlege, wie kann ich mich überwinden – denn mir ist klar, spätestens nach dieser Aktion eben, muss etwas passieren.. falls es für 2-3 Zähne nicht sogar schon zu spät ist. Das ist aber so leicht gesagt… alleine nur jetzt an den Gedanken, dass ich zum Zahnarzt mal müsste lässt mich schon zittern… Kopfschmerzen kommen & mir ist einfach nur elend.

Keine Ahnung, ob und wenn ja wie ich das schaffen soll, zum Zahnarzt zu gehen. Ich habe schon viel und oft nachgedacht, wie würde ich wohl reagieren wenn… und ein Szenario macht mir zwar selbst irgendwo Sorgen, aber dennoch weis ich, wenn es soweit kommen sollte – ich würde es so tun. Und zwar stellte ich mir vor, was wenn ich so starke Zahnschmerzen habe, dass ich mit dem Schmerz nicht mehr leben kann – zum Zahnarzt? oder eher mit dem Leben abschließen. Bei meiner Angst muss ich ganz klar sagen, wenn alle Stricke reißen, ich würde das Letztere nehmen. Ich hoffe, ich finde irgendeinen Weg zum Zahnarzt zu gehen – keine Ahnung wie, mit jemanden darüber reden will ich eigentlich auch nicht – einfach zu peinlich, zu eklig und und und. Bin gerade verdammt am Ende…

15. Februar 2015 – [KiM] Teil der Ära zu Ende?
Seit langem mal wieder ein Blog-Eintrag von mir. Die letzte Zeit gabs aber auch nichts zu berichten, was man nicht auch im Tagebuch dazuschreiben konnte. Habe heute aber eh für kaum was noch Zeit, also kommt’s auf die paar Minuten für diesen Blog auch nicht an, immerhin schreib ich ja gern.

Gestern meldete sich Kim mal wieder, nachdem wir ja vor kürzerem erstmal wieder so ne… „Schreibphase“ hatten, war’s dann doch nach und nach stiller geworden – aber diesmal mehr so aus’m Alltag herauß. Freute mich natürlich von ihr zu lesen, immerhin war/ist sie mir ja immernoch wichtig – mal abgesehen davon, dass sie noch der beste Teil meines.. wie ich es nenne „früheren Lebens“ ist. Leider war aber zugleich auch ein blöder Hintergedanke im Kopf… ob der jetzt durch sie kam, oder durch meine selbsternannte Sis – die sich ja neuerdings für was besseres hält – weis ich nicht. Hab aufjedenfall sofort gedacht, mal sehen was sie möchte – und tatsächlich, direkt am selben Abend hieß es, ob ich ihr nicht mal beim Lappi helfen könnte.

Da mir „mein altes Leben“ aber noch etwas bedeutet, war ich natürlich auch so doof und habe wieder gemacht und getan. Eigentlich wollte ich früher pennen, damit ich nen normalen Schlafrythmus wieder hinbekomme – aber aus ner 15 Minuten-Aktion wurden 1-2 Stunden. Die Nacht und der Rythmus waren dahin. Ich war total genervt, aber egal, dachte mir, wenn ich ihr helfen konnte – was soll’s. Habe dann irgendwann gesagt, dass schluss ist, weil ich nun schlafen will – doch immer wieder kamen Fragen. Die ersten erhielten noch normale Antworten, doch irgendwann konnte ich meine pissige Laune in der Stimme nicht mehr verbergen… wollte ich auch nicht, irgendwann langt’s doch.

Heute dachte ich mir dann, dass ich das alles hinter mir lasse. Naja gut, meine scheiß Laune war noch da – aber das war ja auch kein Wunder, wenn man sofort beim wach werden die nächsten Fragen hatte, die man mit 1-2 Klicks, oder eben einer kurzen Suche in Google gelößt bekommen hätte, Irgendwann kamen von mir nurnoch möglichst kurze Antworten. Sie hat zwar dann versucht auf normale Themen zu kommen, fand es aber störend, dass auch dort meine Antworten so kurz waren. Naja, es standen alle Zeichen auf Streit, worauf ich dann nur meinte, dass wir’s dann lieber lassen und wir uns das nächste Mal schreiben, wenn sie wiedermal Hilfe benötigt.

Als Antwort kam dann, dass ich sie anpampen würde und ihr Sachen unterstelle. Erstens habe ich sie nicht angepamt, vielleicht etwas genervt geantwortet – was aber nach der Story wohl normal ist. Zweitens unterstelle ich ihr nichts, ich sage nur fakten. Sicherlich, sie meinte, sie schrieb mir ja auch vorher und nachher und auch von anderen Themen, aber ganz ehrlich? Sie meldet sich, wenn sie Hilfe braucht – dann schreibt man ein paar Tage, viellt. sogar ne Woche und dann ist alles vorbei. Ich seh’s nicht ein, hinterher zu schreiben – gleichzeitig bin ich nicht der Depp für jeden.

Das Ende von allem sieht so aus, dass ich sie nun in WhatsApp erstmal blockiert habe. Ob es die richtige Entscheidung war, weis ich selbst nicht. In einer Hinsicht will ich alles, was mich an mein „altes Leben“ erinnert festhalten, andererseits nur der Helferlein von den Leuten zu sein, sehe ich auch nicht ein. Darum habe ich mich halt nun erstmal entschlossen, dieses Stück meines Lebens hinter mir zu lassen – wird sicher schwer, aber hey – man kann’s ja scheinbar nie beschissen genug im Leben haben. Ich weis, sie liest abundzu meine Tagebücher, dementsprechend vielleicht auch darüber diesen Blog-Eintrag – kann sie gern tun. Alle „Vorwürfe“ sind keine Unterstellungen, sondern fakten und so schön es früher war, alles hat ein Ende.

26. September 2015 – [ZAHNARZT] Die Vorgeschichte
Es ist soweit! Ich muss wohl wirklich zum Zahnarzt – warum? Ich erzähle es dir!

Vor längerer Zeit habe ich schon einen Artikel über meine Angst vor dem Zahnarzt geschrieben. Bisher ging alles immer ganz gut – ich hatte mal einen Tag Zahnschmerzen, danach war wieder Ruhe… teils für Monate, manchmal nur für Wochen – aber nichts, was mich überzeugte zum Zahnarzt zu müssen. In der letzten Zeit wurden die Abstände der Zahnschmerzen immer geringer, die Schmerzen an sich dafür immer mehr. Man konnte eigentlich Woche für Woche mitzählen, wie langsam immer mehr Tage zwischen den Schmerzen fehlten. Erst hatte ich 1-2 Wochen dazwischen, dann wurde es langsam wöchentlich und dies wurde auch immer weniger!

Dann war es soweit – drei Tage ununterbrochen die schlimmsten Zahnschmerzen meines Lebens gehabt, die nicht vom Zahnarzt selbst zugezogen wurden. Keine Schmerztablette konnte gegen den Schmerz ankommen, noch nicht mal diesen lindern. Jetzt war es mir klar, ich muss meine Angst besiegen – und ganz ehrlich, es sollte mir eigentlich nicht schwer fallen, da ich mir schon immer geschworen habe, dass wenn die Zähne so sehr weh tun, dass der Zahnarzt – der eig. recht gut ist – es nicht noch viel schlimmer machen kann, dann gehe ich… irgendwie! Und ja… dann war es soweit!
Mein Vater meinte, ob er mich lieber fahren soll, denn ich hatte sowas von wahnsinnige Schmerzen – aber ich bin gefahren. Das mag vielleicht unvernünftig klingen, ist es aber nicht. Beim Auto fahren muss ich mich auf die Straße konzentrieren, registriere die Zahnschmerzen durch die Ablenkung nur in gelinderter Form und habe vorallem nicht die Chance so intensiv über meinen Zahnarzt-Besuch nachzudenken. Hätte ich diesen Weg auf dem Beifahrersitz meistern sollen, wo ich mehr als genug Zeit gehabt hätte, mir den Zahnarzt-Besuch regelrecht schon vorzustellen… ich weis nicht, ob ich gegangen wäre.

Nun stand ich noch etwa 50 Meter von der Praxis entfernt – auf einem Parkplatz – mein Vater saß mit im Auto, falls ich auf dem Rückweg lieber gefahren werden möchte. Ich schaltete soweit es ging mein Kopf aus und ging einfach in die Praxis! Ich hatte zwar keinen Termin, aber bei Zahnschmerzen wird man auch dazwischen genommen – war aber eh nicht viel los! Wartezeit vielleicht so 15 Minuten – weis es nicht – habe immer nur mit mir gekämpft mir keine Vorstellungen zu machen, was nun passiert, wie weh es tut – einfach nur da sitzen und warten! Das ging auch ganz gut, denn vor Angst konnte ich die Nacht über gar nicht schlafen, habe dann so von 9 – 11Uhr geschlafen und war wieder wach, damit ich noch was vom Tag habe, bevor es soweit wäre.

Dann kam ich dran! Er schaute sich meine Zähne an. Dass sie teilweise schlimm sind, sagte ich bereits vorab. Er konnte nichts genaues feststellen, von welchem Zahn der Schmerz kommt. Bei denen wo ich meinte, sah er auch nichts – daher musste ich zwei Abdrücke gemacht bekommen. Der erste Abdruck war okay, beim Zweiten dachte ich mir – mir ist noch nie einer der bleibenden Zähne rausgefallen, wenn die weiter zu drückt ist heute der Tag! Entweder ich verliere Zähne, oder sie zerquetscht mir mit ihrem Scheißding den Schädel! Abdrücke bzw. eigentlich waren es Bilder… naja egal, sie wurden gemacht – der Zahnarzt meinte daraufhin, er sieht eine Auffälligkeit bzw. auch eine innere Entzündung am letzten Zahn. Juhu, mein Lieblingsgerät kam zum Einsatz – der Bohrer! Er gab mir zwar vorher die Betäubungsspritze, aber wer schonmal ’ne Entzündung hatte weis, dass die eigentlich alles betäubt nur nicht die Stelle, wo es weh tut. Er musste scheinbar etwas tiefer reinboren, die letzten 10-20 Sekunden hätte ich ihm am liebsten die ganze Praxis kurz und klein geschlagen und vor Schmerzen geschrien, aber das ging nicht – der Schmerz war so schlimm, eher wäre ich unmächtig geworden!

Danach hat er mir noch so eine Paste mit Medikamenten rein gemacht, quasi eine Medikamenten-Füllung für den Zahn und ich durfte gehen! Die Schmerzen hielten einige Zeit an – kein Wunder, der Termin war ja grauenhafter als alle anderen Termine, die ich aus meiner Kindheit in Erinnerung habe! Immerhin konnte ich nach 1-2 Tagen feststellen, er hatte wohl den richtigen Zahn, denn die Schmerzen waren irgendwann tatsächlich weg!

26. September 2015 – [ZAHNARZT] Verschönerungsarbeiten
Meinen ersten Zahnarzt-Termin seit Jahren hatte ich am 10.09.2015 – glaube es war gegen 18Uhr. Ich weis es gerade nicht mehr genau, da ich alles bzgl. Zahnärzte gerne verdränge und das Ganze auch schon zwei Wochen her war. Kann leider wegen Login-Problemen erst jetzt den Artikel schreiben!

Nach dem Höllentrip vom meinem kurzfristigen Besuch (siehe hier) war ich mir schon richtig elend! Beim letzten Zahnarzt-Besuch – den ich ohne Termin hatte – wegen meinen Schmerzen, habe ich die Nacht vorher nicht schlafen können vor Angst! Auch dieses Mal war es nicht anders! Irgendwann gegen 10-11Uhr habe ich dann mal geschlafen, aber ebenfalls nur bis 13Uhr, da ich angst hatte, ich verpasse komplett den Tag – ich wollte doch noch Zeit haben, bevor ich zum Zahnarzt musste!

Als ich da war, bekam ich zuerst eine gute Nachricht… wobei ich diese schon beim letzten Zahnarzt-Besuch bekam, aber wohl der Versuch „Kopf ausschalten“ so gelungen war, dass ich das gar nicht so wirklich auf dem Schirm hatte. Meine zwei, oberen Vorderzähne sehen total schrecklich aus, lächele, geschweige lache u.a. deshalb auch nicht mehr – ich war fest der Meinung, die müssen raus, der Zahnarzt meinte nein. Recht und links von den mittigen Zähnen sind auch welche, die langsam so werden wie die Mittigen, die zwei Rechten hat er mir bei diesem Zahnarzt-Besuch schon gemacht – rechts geht halt vor ;). Er hat die Zähne schön glatt geschliffen, oben die ekligen Stellen weggeschliffen und mit irgendso Zeug, dass dann mit diesem blauen Licht gehärtet wird, ausgebessert. Teilweise tat es mal etwas weh, da diese Stellen direkt unter’m Zahnfleisch waren. Zum Glück war dort aber trotz alle dem nichts entzündet, so konnte die Betäubung wenigstens helfen.

Am Ende bekam ich dann den Spiegel in die Hand, damit ich mir seine Arbeit direkt ansehen konnte… und was soll ich sagen! Ich habe ja nun zwei Zähne so wie sie die ganze Zeit sind (eklig) – und zwei „Neue“, also den direkten Vergleich – und es war echt gut. Ich war zwar im ersten Moment enttäuscht, dass sie nicht strahlend weis sind, aber eigentlich ist das gut so – habe eh keine strahlend weisse Zähne, sähe dann also wohl blöde aus. Insgesamt hat es mich aber gefreut, was daraus wurde.

Leider gingen diesmal die Schmerzen nicht so schnell weg, wie beim letzten Mal wo die Entzündung dabei war… seltsam, ist aber so. Vorallem hat er bei einem Zahn eine winzige Ecke vergessen, sodass ich nichts abbeisen konnte was fester als ne gekochte Nudel war… sehr ätzend! Da ich aber bereits den nächsten Termin schon bekommen habe, wollte ich garantiert nicht von selbst nochmal zwischen durch hin – eh schlimm genug als er meinte, machen wir lieber Stück für Stück, dann ist es nicht so viel auf einmal! Mir wäre eigentlich am liebsten, einmal 3-4 Stunden opfern, alles, aber wirklich alles machen, ganz ordentlich – und auf (nimmer)wiedersehen! Die Ecke habe ich dann mit meinen unteren Zähnen selber geschliffen – ging gut, mitlerweilig kann ich wieder ganz normal abbeisen. Die erste Zeit nach meinem „Selbstfeilen“ war der Schmerz weg und dafür die Empfindlichkeit so hoch, dass es richtig unangenehm war, kühle, oder kalte Getränke etc. zu mir zu nehmen, auch das geht wieder!

Zwischenzeitlich fing mein Zahn der eine Entzündung hatte und der mir so unglaublich weh tat, dass ich mich zum Zahnarzt überreden musste auch wieder weh! Diesmal bin ich aber nicht gegangen, wie gesagt – ich habe meinen Termin und werde sicherlich noch mindt. 2-3 Termine bekommen, wenn ich die wahrnehme okay – freiwillig zwischendurch hin, nur im absoluten Ernstfall! Habe lieber ein paar Tage wie ein Idiot die Mundspülung genommen und einen Kamille-Tee nach dem anderen getrunken, um gegen die Entzündung anzukämpfen und joa… ich habe gewonnen! Der Zahn meldet sich zwar immer mal wieder, hört aber auch schnell wieder auf – tut er doch mal leicht weh, trinke ich wieder einen Tee – die Mundspülung wird aktuell einfach öfter genommen, klappt! Mein nächsten Termin habe ich am 01.11.2015 – 1815Uhr!

2. Oktober 2015 – [ZAHNARZT] Verschönerungsarbeiten #2
Heute war mein nächster Zahnarzttermin. Nachdem beim letzten mal die zwei rechteren Vorderzähne gemacht wurde, kamen heute die Linken dran – links ist eben Zweitrangig!

Das erste Mal vor einem Zahnarzt-Termin, wo ich sogar schlafen konnte… zwar auch nur von 5:30 – 10Uhr, aber immerhin! Ansonsten muss ich sagen war der Termin heute eigentlich sehr angenehm. War 15 Minuten früher da, durfte gleich mit ins Behandlungszimmer – musste dort leider aber noch warten. Heute war eigentlich die Spritze schon das Schlimmste, von den „Arbeiten“ an den Zähnen spürte ich eigentlich nichts, lediglich leicht geblutet hat es, weil er wohl bis ans Zahnfleisch ran musste, um alles ordentlich weg zu bekommen. Auch jetzt, wo die Betäubung weg ist, keinerlei Schmerzen – sehr super! Das Schönste ist aber eigentlich, dass nun die hässlichsten Zähne schon alle gemacht worden sind und jetzt eher noch Kleinigkeiten dran kommen. Sieht insgesamt echt um einiges besser aus, jetzt kann man sogar mal lächeln, wenn man was zu lächeln hat – das muss ich mir auch noch irgendwie antrainieren, da ich das in den letzten Jahren regelrecht verlernt habe! Der nächste Termin ist direkt nächste Woche.

21. Oktober 2015 – [ZAHNARZT] Erste Füllung
Der Eintrag hätte schon vor einigen Tagen kommen sollen, aber irgendwie habe ich es verpasst bzw. vergessen wollen. Aufjedenfall wurde heute meine erste Füllung gemacht, soweit kann man von Schmerzen eig. nichts sagen!

21. oktober 2015 – [ZAHNARZT] Willkommen in der Hölle!
Heute habe ich wieder mal einen Zahnarzt-Termin gehabt. Da mir zwei Stellen/Zähne stark schmerzen und beide Stellen auch entzündet sind u.s.w. hat er heute etwas mehr gemacht. Beide Zähne waren jedoch der reinste Horror! Beim Ersten bin ich sofort zu Anfang total weg gezuckt – und er musste es mit so einer Mini-Spritze punktiert nachbetäuben und selbst dann war es schrecklich. Der andere Zahn war kaum erträglicher, da das Loch wohl tief in den Zahn geht, wohl nahezu an den Nerv. Habe dort nun eine kurzzeitige Füllung mit Medikamenten drinnen – spätestens beim nächsten Termin in neun Tagen stellt sich raus, ob ich eine Wurzelbehandlung benötige oder nicht.

Ich möchte eigentlich gar nicht drüber nachdenken, auch wenn ich mir eingestehen muss, dass meine Gedanken kaum weg von dem Thema gehen. Zum einen, weil eine Wurzelbehandlung ja eigentlich immer das Schlimmste beim Zahnarzt sein soll, zum anderen wegen den dauerhaften Schmerzen die ich aktuell habe – trotz Schmerzmittel!

24. Oktober 2015 – [ZAHNARZT] Die schlimmste Nacht meines Lebens
Der Titel für diesen Artikel klingt schon sehr übertrieben, aber jeder der diese Zeilen jemals lesen wird soll wissen, ich übertreibe auf keinste Weise! Nachdem ich vorgestern beim Zahnarzt war und danach ununterbrochen Zahnschmerzen hatte, bin vorgestern, am 22. Oktober nochmal hin. Der Schmerz kam von dem Zahn unten rechts, der auch der Auslöser meines ersten Besuches war. Vor drei Wochen etwa hatte er bereits Fotos anfertigen lassen von den Zähnen und dem drumherum und meinte, es wäre nichts auffälliges. In diesem Termin lies er erneut Fotos erstellen und sah plötzlich, dss eine Wurzel abstirbt bzw. ein Teil abgestorben ist und man unbedingt eine Wurzelbehadlung durchführen müsse.

Wurzelbehandlung ist ja sowieso so mit der schlimmste Begriff, den man einem Zahnarzt zu ordnet und nun sollte ich eine bekommen. Er machte es ordentlich Taub und fing dann auch bald an. Die Betäubung war dabei so, dass er von meinem Schmerzgefühl er wusste, wann er tief genug drinnen war mit seinem blöden Bohrer. Als es zu sehr weh tat, lies er es gut sein, machte Medizin rein und verschloss das Ganze. Erfolgreiche Beendigung? Nein, der Weg zur schlimmsten Nacht meines Lebens!

Die Behandung war schon schlimm, als er es zu gemacht hat war alles noch viel schlimmer – aber da er meinte, dass kann jetzt einen Tag noch weh tun, dachte ich mir nicht viel bei. Es war so unaushaltbar… im Auto dann der erste „Zusammenbruch“ vor Schmerzen kamen Tränen. Wir sind dann auch fast direkt danach nach Hause gefahren, damit ich Schmerztabletten nehmen kann… eine genommen – keine Wirkung, zweite genommen – keine Wirkung! Ich hatte so höllische Schmerzen, konnte weder ruhig sitzen, geschweige liegen. Immer wieder kamen kleine Anfälle mit Tränen. Im Internet habe ich dann gelesen, dass Ibuprophen besser helfen soll bei solchen Fällen – zwei genommen – keine Wirkung!

So wie bisher beschrieben verlief die ganze Nacht. Fast pausenlos irgendwie durch’s Zimmer gelaufen, zwischendurch diese Attacken, wo ich die Tränen einfach nicht mehr fernhalten konnte. Jeder der mich kennt weis, dass ich die Zeh-OP vom Schmerzfaktor als das Schlimmste meines Lebens eingestuft habe… durch die Dauer der Schmerzen vom Zahn, wurde diese überholt. Die Schmerzen waren so enorm und das Ganze von etwa 19Uhr Abends, bis 8Uhr morgens am nächsten Tag, als ich direkt als Erstes beim Zahnarzt dran kam. Gegen 5Uhr morgens konnte ich dann einschlafen, nicht weil es erträglicher wurde, sondern einfach weil mein Körper und Ich am Ende waren.

Kurz bevor ich einschlief, saß/liegte (irgendwas dazwischen) ich einfach nur noch quer auf meinem Bett, habe mir ein Comedy-Auftritt nach dem Anderen von Mario Barth, Michael Mittermeier u.s.w. angeschaut (dies ab etwa 2Uhr) und war wirklich so fertig, dass ich mich gar nicht mehr gegen den Schmerz wehren konnte! Ich hing da nur noch, starrte auf mein Fernseher, bei jedem Stich im Zahn zuckte ich zusammen, konnte mich aber in keinster Weise mehr wehren… mein Körper und Ich waren einfach nur noch fertig. Ich hoffe, dass ich sowas niemals wieder durchleben muss. Bevor ich auf den Fernseher starrte, wollte ich noch einen letzten Versuch starten, um mir zu helfen – ich rief diese Notnummer an, die einem sagt, welche Praxis, wo aktuell Notdienst hat. Ich rief dort an, eine Stimme am Band bat mich meine Postleitzahl, oder Vorwahl einzugeben – Postleitzahl eingegeben und was gabs als Antwort? In der Umgebung ist leider heute keine Notfallpraxis geöffnet, ich solle mich bitte an meinen Haus-Zahnarzt wenden…. das war so der letzte Moment glaube ich, wo ich dann entgültig nicht mehr konnte.

29. November 2016 – [ZAHNARZT] Willkommen in der Hölle #2
Vor einiger Zeit, habe ich schon einmal diese Überschrift für einen Beitrag gewählt „Willkommen in der Hölle“. Damals ging es um einen Backenzahn (unten) und um die schlimmste Nacht meines Lebens – ratet worum es heute geht? Korrekt, nicht unbedingt um die schlimmste Nacht meines Lebens, aber nun gut…!

Vor nun etwa anderthalb Wochen (am Samstag, 19.11.16) bekam ich Abends aus heiterem Himmel Zahnschmerzen. Direkt ging mein inneres Alarmsystem los, denn es waren nicht nur Zahnschmerzen – es waren Zahnschmerzen genau an dem Zahn, der mir vor noch gar nicht all zu langer Zeit die besagte, schlimmste Nacht meines Lebens einbrachte. Diesmal zwar zum Glück nicht ganz so fies, wie zuvor das Mal – aber doch sehr, sehr fies – sodass ich am Sonntag zum Not-Zahnarzt bin. Dieser röntgte den Bereich um meinen Zahn und fand das, was ich bereits erahnte, aber nicht aussprechen wollte – eine Entzündung im Wurzelbereich. Wieso ich das nicht aussprechen wollte? Das war damals schon der Grund für die Schmerzen und einer Wurzelfüllung. Er verschrieb mir ein Antibiotikum gegen die Entzündung und fertig.

Komischerweise gab der Zahn dann allerdings wieder Ruhe. Sicherheitshalber fuhr ich meinen Vater am Montag zur Arbeit, damit ich das Auto habe – sollte doch der Schmerz wieder kommen… kommt er nicht, wollte ich schauen, evtl. reicht das Antibiotikum ja schon. Jeder der mich nun kennt, wird sicherlich eine Frage haben… ehrlich? Schreibe ich da gerade ehrlich, dass ich auch nur im Ansatz denken könnte, es hat sich damit getan? Stimmt – keine Ahnung wie ich darauf kam… wohl die Hoffnung, dass ich keinen Zahnarztbesuch benötigen würde. Wobei – den Tag über ging’s echt überraschend gut, was mir dann selbst komisch vorkam – passend gegen Abend… so 18-18:30Uhr fing es dann von jetzt auf gleich wieder an – super, Zahnarzt hatte genau bis 18Uhr offen. Irgendwie die Nacht überstehen und Dienstag gleich zum Zahnarzt…!

Dienstag also das selbe Spiel, Vater zur Arbeit gefahren – dann direkt morgens zum Zahnarzt. Das freundliche Mädchen machte mir die Tür auf und begrüßte mich mit einem „Oh, Guten Morgen – hast du Zahnschmerzen?“ – Nein, ich wollte mir einen schönen Tag in der Praxis machen…. meine Fresse. Ich kam dann direkt als zweites dran, der Zahnarzt schaute kurz, ich erklärte was der am Sonntag gemacht hatte und dann stand fest – schnellstmöglich in die Zahnklinik nach Aschaffenburg und operieren lassen. Weiter bekam ich die Info, dort unverzüglich anzurufen, da die Wartezeit meist um die 1-2 Wochen liegt… dann durfte ich gehen. Moment, was für Schmerzmittel habe ich bekommen? Haha, keine – wieso auch, habe ja nur berichtet, dass ich Sonntags extra zum Not-Zahnarzt bin… weshalb? Genau – wegen Zahnschmerzen!

Zuhause angekommen, Mutter alles erzählt – muss ehrlich sagen, war am Boden. Mein Ärztehass das Eine, meine Empfindlichkeit was Zähne etc. angehen das Andere – ganz geschweige von Operationen und dann eine Operation an der Zahnwurzel? War mit der Welt echt fertig…! Nun gut, dort angerufen – Termin für Freitag, nochmal darauf hingewiesen, dass ich starke Schmerzen habe – oh, dann doch direkt morgen (Dienstag). Abends direkt meinen Vater informiert, damit er sich einen Tag Urlaub nimmt – denn das Ganze wird mit der Narkoseart „Tiefschlaf“ gemacht… hinfahren wäre also notgedrungen noch gegangen (wobei die Aufregung, Angst & der Schmerz eh viel zu stark waren), nach Hause fahren nicht – ohne mitkommen eines Begleiters keine OP mit Tiefschlaf. Direkt etwas über Klinik gelesen, ein Interview… viele Patienten haben vor solch einer OP so eine Angst, dass wir schon öfter die Polizei riefen, da sich Leute aus dem Fenster stürtzen wollten – die Letzte hatte allerdings nicht bedacht, dass sie gerade im Erdgeschoss war. Haa, super – ganz Witzige – und sowas soll einen operieren?

Dienstag – konnte vor Aufregung und Angst eigentlich nicht wirklich schlafen. Die Fahrt dahin zog sich ins Unendliche. Dort angekommen, reingegangen – ein erstes Licht gesehen und meinen Eltern gesagt, dort kommt das Licht auf mich zu – kann ich nicht doch lieber zurück? Hat nix geholfen, saß da – für 12:30Uhr einen Termin gehabt. Ziemlich pünktlich wurde ich aufgerufen – oh Mist jetzt geht’s los. Bitte einmal zum röntgen… ah puh, doch nicht. Moment… wenn die nun aber geröntgt hat, dann ist es doch gleich so weit.

Etwa 20 Minuten später war’s dann wirklich so weit, ich wurde aufgerufen, in ein Zimmer gebracht und da stand er… dieser typische, total abschreckende, widerwertige, abscheuliche, grauenhafte….. u.s.w. Zahnarzt-Stuhl. Ich begriff, jetzt ist es wirklich so weit… ich zitterte, atmete kaum noch und hätte nur noch heulen können. Dann wurde mir ein Zugang gelegt, worüber ich gleich das Mittelchen für den Tiefschlaf erhalten sollte. Bevor ich in den Tiefschlaf durfte, erfolgte noch ein kurzes Gespräch mit dem behandelten Arzt – sehr nettes Gespräch, so Informationen wie jede 4. bis 5. OP schlägt fehlt erfreut einen ja doch sehr.

Dann schlug meine Zeit, ich bekam das Mittelchen in die Wenen gespritzt. Komisch, von Mario Barth kenne ich, drei Sekunden und weg biste – also nachgefragt, wie lange das denn etwa dauert. Achja, bis zu 20 Sekunden. Mit diesem Satz war eigentlich alles vor der OP vorbei. Mit richtig toller Laune bin ich dann insgesamt etwa 30 Minuten später wieder wach geworden – im Aufwachraum. Ich brauchte einen Moment, bis ich so langsam bei mir war, merkte dann, dass ich zugedeckt war – schaute langsam rauf (meine Mutter saß neben mir) und meinte nur – ich hatte Recht, so wie die Decke aussieht ist das hier die Abteilung „Tod“. Relativ schnell wollte ich dann aufstehen, ich wurde wach, die OP war scheinbar zu Ende – also was hält mich hier? Meine Mutter meinte, ich sollte noch etwas liegen bleiben… sie meinte wirklich, da kommt noch irgendein Arzt der einem was erzählt… Hallo? Ärzte und mehr tun als sie müssen? Irgendwann kam dann eine Schwester, meinte dass wir ja schon wach wären (im Wartezimmer saß mir eine gegenüber, die die selbe Folter bekam) – und das wir dann wenn wir uns bereit fühlten auch gehen können.

Zack, aufgestanden, Papierkram und Rezpt geholt und tschüss! Meine Mutter wollte mich immer stützen, aber das Laufen ging eig. überraschend gut – maximal wie angetrunken. Bevor ich auf sie falle und sie sich ihren Rücken weiter zerstört, falle ich im Fall der Fälle doch lieber alleine… habe ja eh gute Schmerzmittel verschrieben bekommen – das erste Mal, dass auf einer Arznei von mir das Wort „MEGA“ vorgekommen ist.

29. November 2016 – [ZAHNARZT] Die Tage nach der Hölle
Die Zahn-OP ist vorüber und wir auf dem Weg nach Hause. Schnell noch an der Apotheke vorbei und Medikamente abgeholt – waren zwei Rezepte. Einmal Penicillin und ein starkes Schmerzmittel. Beides zum Glück direkt da gehabt und dann ab nach Hause.

Zuhause angekommen erstmal alles eingeworfen und versucht zu schlafen, ging auch relativ zügig. Die nächsten Tage galt Flüssignahrung. Ich mag ja grundsätzlich Suppen in verschiedener Ausführung, aber nach drei Tagen Suppe, Suppe und Suppe ging sie mir ehrlich gesagt auf den Sack – vom Kamillentee mal ganz abgesehen. Die ersten Tage waren schwer, die Schmerzmittel taten zwar ihren Job, aber in Verbindung mit dem Penicillin war man doch sehr schwach. Viel geschlafen und alles um einem herum ging einem am arsch vorbei. Eines hatten die ersten Tage aber auch gutes – es zeigte mir, dass meine Mutter wirklich immer für mich da ist. Grundsätzlich habe ich daran auch keine Zweifel gehabt, aber sie hat ja selbst genug mit ihren Rückenproblemen etc. zu tun, aber gerade in den ersten Tagen, konnte ich eigentlich kaum was alleine. Jede Anstrengung war ein Hinderniss.

Sie kam alle halbe Stunde bis Stunde nach mir schauen, machte mir meine gefühlten, unendlichen Suppen – schenke mir immer wieder Tee und Wasser nach, sodass meine Aufgaben an den Tagen eigentlich nur schlafen und auf Toilette gehen waren. Gut, den Löffel mit Suppe habe ich noch selbst zum Mund geführt – so weit konnte ich meinen Mund gerade noch öffnen. Ansonsten hat sie sich aber sowas von toll um mich gesorgt, einfach die beste Mutter der Welt.

Heute, an dem Tag – wo ich diesen Beitrag schreibe, haben wir den 29.11. – 1:50Uhr – sprich seit der OP sind nun 6 Tage vergangen. Zwischenzeitlich konnte ich, wenn auch nur umständlich den ersten Hamburger und die erste Pizza essen. Gestern das erste Mal rasieren seit über einer Woche – meine Fresse ging mir dieser scheiß Bart auf den Nerv. Gestern das erste Mal spazieren mit meinem Hundi. War zwar etwas viel, man merte, dass sich die operierte Stelle etwas anders anfühlte als 1-2 Tage zuvor, aber es ging doch. Lediglich meinen Mund bekomme ich noch nicht so weit auf, dass essen und sprechen wieder richtig funktioniert – wobei mir das umständliche essen eher auf den Nerv geht, das Sprechen geht schon so halbwegs.

Übermorgen – Donnerstag, muss ich wieder zum Zahnarzt, die Fäden ziehen lassen. Zwischenzeitlich hat nun mein oberer, rechter Eckzahl etwas gezickt – mitlerweilig auch wieder relativ ruhig, aber auch den soll er sich dann nochmal anschauen. Ansonsten mal schauen, wie es weiter geht – bin meiner Mutter aber unendlich dankbar.