Oktober 2017

Oktober 2017

28. Oktober
Heute war ein wundervoller Tag! Nachdem ich gestern endlich von meinem kleinen Bruder angerufen wurde und er nun bei Syrvana ist, war ich ja schon beruhigt – aber heute kam es noch besser. Der Kleine meinte wohl zu Syrvana und ihrem Freund, dass er mich vermissen würde – worauf er nur meinte, dass er mich doch einfach anrufen und fragen kann, ob ich vorbeikommen will. Das hat der Kleine dann auch direkt gemacht und sofort war mir eigentlich klar, ich will da hin. Kurz danach war ich dann auch auf dem Weg – waren zwar ca. 40km – aber die Welt ist es nun auch nicht und vorallem kann ich dadurch meinen kleinen, tollen Bruder schon einmal sehen und nicht erst nächstes Wochenende.

Dort angekommen wurde ich auch gleich mit einer Umarmung freudig von meinem kleinen Bruder empfangen. Der Moment war einfach so toll – obwohl es ja nun gerade erst eine Woche her war, wo man sich gesehen hat – dennoch einfach super! Haben dann das ein oder andere Spiel zusammen gespielt und einfach nur die Zeit zusammen genossen – auch mit Syrvana und ihrem Freund/Mann verstehe ich mich. Zwischendurch habe ich dann mit „Sly“ die ein oder andere Runde „Fifa 18“ gezockt, guter Gegner. Gegen 16Uhr bin ich losgefahren – Nachts, ziemlich genau 0Uhr wieder nach Hause. Als der Kleine ins Bett musste, hatte er Magenschmerzen und kam kurz danach wieder zu uns ins Wohnzimmer, da ihm übel seie. Zum Glück hat Sly direkt reagiert und ihm einen Eimer gegeben… was dann geschah‘ kann man sich wohl vorstellen. Zum Glück war ich aber noch etwas da, sodass ich noch mitbekam, wie es ihm danach jedoch schon spürbar besser ging. So konnte ich wenigstens ohne Gedankenchaos etc. nach Hause fahren.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass wir uns dieses Wochenende sehen würden. Gerade deshalb war dieses „spontante Treffen“ noch einmal viel viel schöner, als es eh gewesen wäre. Mitlerweile haben wir den 29. Oktober und ich kann es noch immer nicht ganz glauben – da ich ja so mit Syrvana und Sly eigentlich nicht all so viel zu tun hatte bisher. Egal – mit beiden verstehe ich mich, man hatte einen schönen Abend und neben mir hat sich vorallem der Kleine sehr gefreut und so soll’s sein. Nächste Woche ist er wohl auch ab Freitag bei seiner Oma (sie hat Sonntag Geburtstag), also werde ich ihn mir dann Freitag oder Samstag auch mal schnappen und dann mal sehen, was wir anstellen können. Gleich werden wir wohl nochmal telefonieren, ehe er nach Hause muss – ab dem Zeitpunkt kann der restliche Sonntag und die Woche bis Freitag Mittag gerne sofort vorbei gehen. Ich liebe dich, mein kleiner Bruder!

Oktober 2017

27. Oktober

Endlich – ich konnte immerhin mit meinem kleinen Bruder telefonieren. Er ist nun über das Wochenende bei Syrvana – da ich das vorher schon wusste, habe ich Jenny direkt gebeten ihr meine Nummer weiterzugeben. Heute Abend hat sie die Nachricht gelesen, Jenny gab mir bescheid, dass sie gelesen wurde – keine 5 Minuten später klingelte es. Natürlich hätte ich meinen kleinen Bruder lieber selbst getroffen und in den Arm genommen, das muss aber bis nächstes Wochenende warten. Immerhin weis ich nun, dass es ihm gut geht – und es ihm zumindestens über’s Wochenende auch weiterhin gutgehen wird. Morgen werden wir dann auch wieder telefonieren, oder whatsappen (schreckliches Wort).

Nachdem in der Woche nun viel hin und her war, wusste man eigentlich gar nicht, ob der Kleine wirklich bei Syrvana sein wird – zum Glück ist er es. Fühle mich zumindestens über’s Wochenende wohl nun besser und nächstes Wochenende wird er fest in den Arm genommen.. ich kann’s selbst noch immer nicht glauben, wie stark ich ihn die Woche über vermisst habe – aber er als mein kleiner Bruder ist einfach so wundervoll. Ich liebe dich!

Oktober 2017

11. – 22. Oktober
Ich bin ehrlich gesagt etwas traurig, dass ich für diesen Tag nicht einzeln ein Tagebucheintrag verfasst habe. Meine Seite ist nun seit längerem nicht erreichbar und ich bat Sandro mir diese wieder online zu bringen – leider ist bis heute (24.10.) nichts passiert, daher schreibe ich diese Texte nun in Word vor und baue sie dann auf meine Seite ein.

Die Tage vom 11. – 22.10. waren mit die schönsten Tage meines Lebens. Damion – der Sohn von meiner selbsternannten Cousine der Cousine war über die Ferien bei seiner Oma (wohnen im gleichen Haus wie selbsternannte Cousine). Wir haben uns schon immer gut verstanden, aber gerade durch das, was ich erfahren habe (siehe Tagebuch vom 09.10.) war es nun eine wirklich persönliche Sache geworden. Als Jenny mir Dienstags gegen Mittag berichtet hat, dass der Kleine nun ganz offiziell die Ferien bei seiner Oma verbringen darf, konnte ich es gar nicht glauben – war aber zeitgleich in Gedanken schon bei ihm und wäre am liebsten direkt losgefahren… gut, ich musste warten bis mein Vater wieder zuhause war, da er nun mal das Auto hatte.

Kaum war mein Vater zu Hause, bin ich direkt zu meinem Kleinen losgefahren. Als ich vor der Tür stand freute er sich – zusammen mit Jenny waren wir dann erstmal bei McDonalds. Abends fragte er mich dann, ob ich denn öfter kommen könnte – geplant war zu dieser Zeit, dass er nur die erste Ferienwoche bei der Oma bleibt. Da ich wirklich gerne mit ihm die Zeit verbringe, sagte ich selbstverständlich „Ja“. Bereits am zweiten Tag, wollte er wieder zu McDonalds – vorallem wegen dem Drachen… sprich der Rutsche die aussieht wie ein Drache. Jenny hatte Abends keine Zeit, da sie in so einer seltsamen „Gesundheit-Geldverdien-Sekte“ ist. Während ich mir noch überlegte, was man stattdessen tun kann – immerhin kennen Damion und ich uns ja nur wenig, da kann ich doch nicht alleine direkt mit ihm weg. Gut – Damion sah das anders und meinte direkt, dass er dann halt mit mir fährt. Das war der zweite Punkt sage ich mal, wo Damion mich echt positiv überrascht hat. Ich hätte mir es zwar gewünscht, aber nie damit gerechnet – dass er so schnell solch ein Vertrauen zu mir aufgebaut hat – gerade bei der ganzen Scheiße, die ihm schon wiederfahren ist. Für mich ist er schon lange sowas wie ein kleiner Bruder – Jenny hat ihm das wohl auch gesagt, denn dies war der erste Tag, wo er mich als großen Bruder bezeichnet hat… unglaublich toll dieses Gefühl.
Spätestens seit diesem Tag waren wir wirkliche Brüder. Nachdem er die ersten zwei Tage immer mal wieder Jenny’s Smartphone dazu benutzen durfte, dass er mir mal schreiben kann, bekam er dann ein altes Smartphone von ihr und konnte mir nun jederzeit schreiben. Gut – jede Zeit ist übertrieben, denn die Oma kommt auf Smartphone, Nintendo und andere Dinge gar nicht zurecht. Dennoch konnten wir uns über Tag immer mal schreiben… sehr angenehm. Dass er mich nach so kurzer Zeit schon fragt, ob ich ihn jeden Tag besuchen komme, war auch schön und natürlich habe ich ihm versprochen, dass ich jeden Tag – Abends wenn ich das Auto habe, vorbeikomme.

An Tag drei hat mich Damion dann gefragt, ob wir zu mir fahren können – immerhin war er ja als gaaanz kleines Kind einmal bei uns, seitdem nie. Also sind wir zu mir gefahren. Ohne ihm etwas zu sagen, war es selbstverständlich, dass er erst unten meinen Eltern „Hallo“ sagte – als würde man sich schon seit Jahren bestens kennen… das war süß. Bei mir haben wir dann die meiste Zeit gezockt, wobei wir meistens auch maximal zwei Stunden hatten – denn um 22Uhr sollte er dann wieder Zuhause, also bei Oma sein. Wir waren jedes Mal pünktlich, aber auch nie wirklich groß zu früh dran – haben also quasi jede Minute ausgenutzt.

Langsam ging die Woche zu Ende und ich wollte wissen, ob er uns am Sonntag bereits verlässt – oder wie seine Pläne aussehen. Daraufhin meinte er, dass er die Zeit schön findet und schon mit Oma abgeklärt hat, dass er auch noch länger bleiben darf – aus länger wurde dann auch wirklich der letzte Sonntag in den Ferien, danach war wieder Schule, da musste er ja dann sowieso nach Hause.

Ich habe mich über diese Info verdammt gefreut. Was allerdings zum Wochenende hin noch schöner war, war dieses besondere Vertrauen zwischen uns. Mitlerweile war es völlig klar, dass er mein kleiner Bruder ist, ich sein großer Bruder bin. Das Vertrauen wurde dann noch stärker, als er mir ganz brüderlich den ersten Kuss verpasst hat. Das macht er bei Jenny z.B. ja auch abundzu, bei mir wirkte es immer so – er überlegt, traute sich bisher allerdings nicht. Doch es kam noch besser – dazu erstmal eine kurze Übersicht, wie unsere Treffen verliefen.
Meist bin ich so gegen 18-19Uhr zu ihm gefahren, haben dann bei der Oma bisschen gequatscht oder Blödsinn gemacht und sind dann zu mir gefahren. Pünktlich um 22Uhr waren wir dann wieder bei Oma – jedes Mal fragte er, ob ich denn nicht noch etwas da bleiben kann… was für eine Frage – natürlich meiner Kleiner! Zum Wochenende hat sich dann das Ganze erweitert. Oma meinte, dass sie jetzt ins Bett gehen und er fragte doch glatt, ob ich kurz mit ins Schlafzimmer kommen würde, um ihm „Gute Nacht“ zu sagen – wiiiiieeee süß! Nachdem er auch Oma gefragt hatte, ob das in Ordnung ginge und sie „Ja“ sagte, lief der Abend immer so ab, dass ich erst nach Hause bin, wenn Oma und Damion ins Bett gegangen sind und ich meinem kleinen, tollen Bruder „Gute Nacht“ sagen konnte – mit „Gute Nacht“-Kuss versteht sich. Ich kann es bis heute noch nicht glauben, wie schnell er Vertrauen zu mir aufgebaut hat – ich werde alles dafür tun, dass dies auch immer so bleiben wird – ich liebe dich, mein kleiner Bruder!

Am Donnerstag, bevor die Ferien zu Ende gingen, waren wir dann noch Eis essen – immerhin war es der letzte, schöne Tag bevor nur noch Regenwetter kommen sollte. Sonntag hat er und Oma zum Grillen eingeladen – war an sich ein schöner Tag… wenn da halt nicht irgendwann der Zeitpunkt gekommen wäre, dass er nach Hause muss. Eigentlich sollte Oma ihn heimfahren – allerdings fährt sie im dunkeln nicht mehr, sodass er schon Nachmittags heim hätte müssen. Da er gerne noch bleiben wollte, wurde rumgefragt, wer ihn dann heimfahren würde – natürlich habe ich mich sofort gemeldet. Ich möchte ihm einfach zeigen, dass ich immer für ihn da bin und nicht nur für Spaß & Blödsinn verfügbar stehe, sondern ihn auch auf nicht so tollen Wegen stets begleite.

Mitlerweile war dann schon ca. 20Uhr und die Mutter rief an, wann der Kleine heimkommen würde. Man sollte evtl. erwähnen, es war in den zwei Wochen der erste Kontakt seitens der Mutter – kein wie geht’s, hast du schöne Ferien – NICHTS. Meine Worte zu solch einem Verhalten, behalte ich lieber für mich – dass man bei sowas Wut und Hass verspürt ist wohl klar.

Nun gut… wir mussten los! Damion verabschiedet sich von allen und schon auf dem Weg zum Auto hört man deutlich, wie er sich das Weinen unterdrücken möchte. Mir wäre auch zum heulen gewesen, aber ich habe mir selbst gesagt – nein, ich will stark für ihn sein – auch wenn ich innerlich selbst zerbreche. Bevor wir losgefahren sind, haben wir im Auto noch kurz miteinander gesprochen. Ich habe ihm erklärt, dass wir beide doch nicht aus der Welt sind – ihm meine Nummer gegeben, dass er sich jederzeit melden kann und ihm nochmal deutlich gemacht, dass ich immer bei ihm bin. Beruhigen konnte ich ihn nur schwer – verständlich, theoretisch hätte ich mich auch einfach heulend neben ihn setzen können. Wir mussten aber los – also fuhr ich ihn nach Hause… Fahrzeit so ca. 5-6 Minuten, also keine wirkliche Strecke.

Als wir angekommen sind meinte er zu mir, dass er am liebsten gar nicht aussteigen würde und er doch bei mir bleiben will. In diesem Augenblick war ich echt froh, dass der Vorhof relativ scheiße beleuchtet war, sonst hätte er wohl sehen können, dass ich mir auch die Tränen verkneife. Den ganzen Weg bis zur Wohnung, habe ich ihm nochmal gut zugeredet. So traurig die Situation war, ich bekam ihn zwar nicht wirklich dazu, dass er aufhört zu weinen – aber das kann ich komplett nachvollziehen – wie schwer mir doch das „Gutzusprechen“ gefallen ist. Dass ich traurig war, hat er wohl mitbekommen – was ja auch gut ist, denn er soll ja nicht das Gefühl haben, dass mir das alles egal ist – denn das ist es auf gar keinen Fall.

Er fragte seine Mutter, ob er mich kurz mit reinnehmen dürfte. Nach dem „Ja“ sah ich dann nun zum ersten Mal wie er lebt… also gut, zumindestens den Flur und sein Zimmer – in die anderen Zimmer darf er selbst ja nur selten. Sehr traurig, aber wohl auch besser so – wer weiß wo die Drogen überall rumfliegen – der Kleine hat es schwer genug. Insgesamt wirkte zumindestens der Flur und sein Zimmer halbwegs ordentlich – sein Zimmer sogar etwas zu leer. Ein Schrank, eine kleine Couch, ein Schreibtisch und ein Bett. Achja, an Ironie wurde auch gedacht – ein Wandtattoo mit der Aufschrift „Lebe deinen Traum“… ja, wirklich sehr passend. -.-

Mein Kleiner hatte ja nun von mir die Nummer, seine Mutter schrieb mir ebenfalls eine Nummer auf, die er wohl bekommen soll – allerdings mit dem Hinweis „die muss ich heute oder morgen noch aktivieren“. Bin gespannt, ob die Nummer jemals aktiviert wird, denn theoretisch dauert sowas nur Minuten (bis zu 24 Stunden), bisher habe ich allerdings keinen Ton vom Kleinen gehört. Das Bestätigt nun wieder einmal – ich glaube ihr erst irgendwas, wenn es auch dazu kommt. Aber naja, man merkte ihr auch an, dass sie wohl doch relativ schnell mich auch wieder loswerden wollte.

Oktober 2017

09. – 10. Oktober

Der heutige Tag war richtig mies. Gut – es ist das Wochenende, an dem Schelmenmarkt ist, schlimm genug – was ich allerdings dann hören musste… einfach nur schrecklich! Meine Eltern und Ich haben uns heute mit Jenny und ihrer Familie getroffen. Nachdem wir ein wenig über den Schelmenmarkt sind, haben wir uns in einem Cafe niedergelassen. Dort kam dann ziemlich schnell das Thema „Damion“ auf. Damion ist der Sohn von der Cousine von Jenny. Er hat es eigentlich noch nie leicht gehabt, hat keine wirklich schöne Kindheit nichts – aber da man sich leider auch nur 1-2x im Jahr auf einem Geburtstag gesehen hat, waren mir die ganzen Ausmaßen nicht bewusst. Heute allerdings musste ich erfahren, dass er sich wohl in den letzten 1-2 Wochen zweimal versucht hat selbst umzubringen. Beim ersten Versuch wollte er sich wohl überfahren lassen – zum Glück hat dies nicht geklappt. Beim zweiten Mal wollte er sich in der Schule wohl am Klettergerüst mit seiner Jacke aufhängen… *schluck*.

Mit dem Kleinen kam ich schon immer super zurecht, wir beide freuten uns immer, wenn einer der Geburtstage anstand – an denen wir uns sehen konnten. Nach diesen neuen Informationen, habe ich das Ganze doch sehr persönlich genommen und habe mir geschworen, dass ich für den Kleinen wo es geht nur da sein möchte. Mit seiner Mutter hatte ich nie wirklich Kontakt – man kannte sich halt auch von den Geburtstagen her, zu denen sie allerdings eh selbst nur selten kam – Drogen sind ihr einfach wichtiger, als alles andere.

Da Jenny durch ihre Oma doch eher neue Informationen bekommt, bat ich sie mir diese weiterzugeben. Mitlerweile war der Sonntag vorübergegangen. Montags waren wir ebenfalls nochmal auf dem Schelmenmarkt, zusammen mit einer weiteren Freundin. Eigentlich sollte sie ihre Oma von der Arbeit abholen, das war quasi der Anfang einer wundervollen Ferienzeit. Anstatt sie abzuholen, fuhr die Oma in die Klinik, wo der Kleine nun nach seinen Selbstmordversuchen hin musste. Auch wenn es nicht direkt ausgesprochen wurde, es klang fast so – als dürfte sie ihn über die Ferien mit nach Hause nehmen. Auf einer Seite krank, immerhin hat er sich vor wenigen Tagen zweimal versucht zu töten – zum anderen aber auch wundervoll, denn sollte es so kommen, kann ich den Kleinen sehen… und wer mich kennt, wenn ich eine Sache persönlich nehme – dann aber richtig.