1. – 16. Oktober

Ich schreibe dieses Tagebuch, heute am 16. Oktober! Seit dem Tod meines Opa’s ist nun ein wenig Zeit vergangen. Am Tag der Beerdigung, war ich an meiner körperlichen Grenze und ein gutes Stück darüber hinauß. Bin keiner, der gerne Gefühle zulässt, oder in dem Fall seine Trauer zeigen möchte – also wird hart geblieben und alles in sich rein verdrängt. Klappte auch gut, Tränen kamen zwar, ein paar kullerten auch hinunter – aber so wenige, dass es wohl niemand mit bekam. Somit diese Mission erfüllt… gut, mein innerliches Zittern, den Schwindel und das allgemeine Gefühl, dass ich jedem Moment umklappe musste ich zwar auch irgendwie unterdrücken – aber ging.

Jetzt wo ein wenig Zeit verstrichen ist, muss ich allerdings sagen, bin ich froh es so getan zu haben. Viele meinen ja, Vedrängung seie nicht gut, rede, rede, rede – doch manchmal ist es eben war – reden ist silber, schweigen ist gold. Würde ich nun schreiben, dass es mir gut geht, ich nicht traurig wäre oder sowas, wäre das natürlich gelogen – aber ich habe meinen Weg gefunden, irgendwie klar zu kommen.

Bei mir persönlich gibt es weniges, neues zu berichten. Mache halt meine täglichen Arbeiten um etwas Geld zu verdienen und werde nun in Kürze ein weiteres Projekt starten, wo nochmal etwas Geld reinkommen dürfte. Ansonsten alles beim alten. Mitlerweilig ist es 2:23Uhr, eigentlich wollte ich schon längst schlafen, aber ich habe irgendwie aktuell wieder mit mir zu kämpfen. Zum einen, verdrängen, dass mein so geliebter Opa nun tod ist – zum anderen wieder so eine Phase, wo ich Kim am liebsten wieder wie bescheuert schreiben würde.

Letzten Monat oder so im Tagebuch, habe ich ja bereits erwähnt, dass ich ihr nicht mehr schreiben werde – und ich halte mich da auch dran, aber es fällt so verflucht schwer. Sooo viele verdammte Gedanken. Habe früher nicht gerne telefoniert, jetzt vermisse ich jeden Kontakt zu ihr. Wäre alles vielleicht besser gekommen, wenn ich einfach nur öfter telefoniert und somit mehr Kontakt zu ihr gehabt hätte? Wird sich nie klären lassen, die Zeit zurückdrehen ist nicht. Habe auch schon überlegt ihrer Mutter zu schreiben, nur um zu erfahren, wie es ihr geht, was sie macht – aber mal ganz ehrlich, das würde Kim dann auch erfahren und wie sieht das denn aus?!

So viele Fragen… erinnert sie sich abundzu an die Zeiten früher? Denkt sie manchmal noch an mich? Ich fand unsere Freundschaft was wundervolles und immer wieder habe ich das Gefühl, dass sie einfach keinen Bock mehr hat. Dann allerdings denke ich mir wieder, wenn es ihr scheißegal wäre, würde sie mich aus der Freundesliste werfen, hätte nichts an meinem Geburtstag geschrieben – aber da kam auch ein „Alles Gute“. Ist das nur der Vollständigkeitshalber? Oder weis sie einfach genauso wenig wie ich, wie man den Kontakt wieder herstellen könnte. So viele Versuche und immer wieder riss er einfach ab… eigentlich grundlos, aber es ist irgendwie so.

Schrecklich! Kann man nicht wie ein Smartphone einfach ’nen Ruhemodus haben, oder einen Knopf zum ausschalten? Früher hat sie immer meine Tagebücher gelesen, ob sie das heute auch noch tut und vielleicht nur nichts mehr dazu schreibt? Keine Ahnung, werde nun auch versuchen zu schlafen, muss ja irgendwie.